Klimagarten Südpfalz
Nachhaltiger Nutzgarten & Selbstversorgung

Düngen

Die Düngung verfolgt das Ziel, die Bodenlebewesen zu füttern. Von  deren nährstoffreichen Ausscheidungen  leben die Pflanzen. Dafür eignet sich besonders gut das Mulchen mit organischen Abfällen aus Garten und Küche. Keine gute Idee ist der Einsatz von Kunstdünger wie „Blaukorn“, dessen Inhaltsstoffe direkt von den Pflanzen aufgenommen werden. Kunstdünger ist teuer und umweltschädlich, schwächt die Pflanzen und verarmt das Bodenleben. Es gibt gute Alternativen.

Bodenuntersuchung in (Klein)gärten zeigen oftmals einen deutlichen Stickstoffmangel auf, der zu einer schlechten Ernte führt. Natürliche und nachhaltige Stickstoffquellen sind:


  • Mulchen mit stickstoffreichem Material wie Gras- und Heckenschnitt, Gemüseresten, Kartoffelschalen, grünem Laub oder Wildkraut.
  • Leguminosen holen mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft.
  • Kaffeesatz besteht zu zwei Prozent aus Stickstoff. Viele Kantinen und Cafes geben ihn gerne kostenfrei ab. Kaffeesatz ist in Bezug auf den pH-Wert neutral. Wir verteilen das Material im feuchten Zustand ganzjährig direkt auf dem Beet. Nicht mit der Anzuchterde verwenden und nicht auf Saatbeete verteilen, da der Kaffeesatz keimhemmend wirkt.
  • Bettfedern bestehen zu etwa zehn Prozent aus Stickstoff. Alte Decken und Kissen mit Feder- oder Wollfüllung nicht wegwerfen, sondern verwerten. Dabei sollte es windstill sein und die Anfeuchtung der Federn mit einer Gießkanne hält sie am Boden.
  • Urin, das im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt wird  und zudem auch Kalium und Phosphor enthält. Der Klimagarten beteiligte sich in den Jahren 2024 und 2025 an dem bundesweiten Feldversuch "U-Cyle" des Leibnitz Institutes für Gemüse- und Zierpflanzenbau, bei dem es um die Erprobung des ältesten Düngers der Menschheitsgeschichte ging. Hier gibt es mehr Infos zum Forschungsprojekt.

Im Jahre 2025 ernteten wir im Klimagarten 240 kg Obst und Gemüse. Darin enthalten waren rund 2,1 kg Stickstoff. Um diesen Stickstoffverlust auszugleichen müssen folgende Mengen an Dünger zugeführt werden: 18 kg Blaukorn (haben wir natürlich nicht eingesetzt) oder 110 kg Kaffeesatz oder 400 kg Grün- und Küchenabfälle oder 350 Liter Urin oder eine Kombination des Vorgenannten.