Klimagarten Südpfalz
Nachhaltiger Nutzgarten & Selbstversorgung

Klimaschutz im Garten

Die Art und Weise wie wir unseren Garten bewirtschaften wirkt sich auf das Klima aus. Es macht einen Unterschied, ob es klimafreundlich oder klimaschädlich zugeht. Dies sei am Beispiel einer Modellrechnung für zwei Gärten beschrieben, die beide jeweils 350 qm groß sind sowie 240 Kilogramm Obst und Gemüse im Jahr erzeugen (das war der Ertrag in meinem Garten in 2025). Der Klimagarten wird ökologisch, der Fossilgarten klimaschädlich bewirtschaftet. Die Werte beziehen sich auf ein Jahr. Schauen wir uns das einmal genauer an.

  • Düngung: Für einen guten Ertrag muss den Gärten jeweils rund zwei Kilogramm Stickstoff zugeführt werden. Zu diesem Zweck werden im Klimagarten u.a. Kaffeesatz aus der Bürokantine sowie Gemüse- und Pflanzenreste verteilt. Das ist klimaneutral. Dagegen werden im Fossilgarten rund 18 kg Blaukorn verstreut, für dessen Herstellung 19 kg Kohlendioxid in die Luft geblasen wurden.
  • Bewässerung: In beiden Gärten wird Regenwasser in Kunststofftonnen gesammelt. Der sich aus der Herstellung der Tonnen ergebende ökologische Fußabdruck liegt bei jährlich 11 kg Kohlendioxid. Das gesammelte Regenwasser allein reicht aber nicht, um das Gemüse in dem trockenen Sommer ausreichend zu versorgen. Daher werden dem Fossilgarten 40 Kubikmeter Trinkwasser zugeführt.  Die Förderung und der Transport vom Wasserwerk bis in den Garten verursacht Kohlendioxid-Emissionen von 5 kg. Im Klimagarten, der dank des Mulchens mit einer nur halb so hohen Wasserzufuhr auskam, wurde Grundwasser mit Hilfe eines Solarakkus gefördert. Für die Herstellung des Akkus wurde viel Energie benötigt, was sich mit jährlich 5 kg Kohlendioxid in der Ökobilanz des Klimagartens negativ bemerkbar macht. Der Akku wird zu Hause auch für die Notstromversorgung genutzt.
  • Mobilität: Der Weg von zu Hause zum Garten betrug für beide Gärtner zwei Kilometer. Der Klimagärtner fuhr Fahrrad, der Fossilgärtner kam mit seinem Auto und blies dabei 50 kg Kohlendioxid in die Luft.
  • Betonweg: Die Herstellung von Beton erfordert viel Energie und ist eine richtig schmutzige Sache. Auch deshalb wurde im Klimagarten der 30 Meter lange Hauptweg nicht gepflastert, sondern ist mit Gras und Klee bewachsen. Dagegen wurde der Weg im Fossilgarten mit Betonsteinen gepflastert, für deren Herstellung 750 kg Kohlendioxid in die Luft geblasen wurden. Bei einer Lebensdauer des Weges von 30 Jahren sind das 25 kg pro Jahr.
  • Hochbeete: Im Fossilgarten gibt es drei Hochbeete aus Edelstahl. Deren Herstellung war sehr energieintensiv und belastet die Atmosphäre mit 27 kg Kohlendioxid pro Jahr. Dagegen wird im Klimagarten ganz auf den natürlich gewachsenen Boden gesetzt.
  • Humus: Dank Mulchen, Gründüngung und Bodenruhe nahm der Humusgehalt im Gemüsebeet des Klimagartens um 0,1 % zu, was mit dem Entzug von 100 kg Kohlendioxid aus der Atmosphäre einherging. Leider wird im Fossilgarten immer noch umgegraben und nicht gemulcht, so dass der Boden kaputt ist und keinen Humus aufbauen konnte.

Fazit: Der Fossilgarten verschmutzt unsere Atmosphäre jährlich mit 137 Kilogramm Kohlendioxid. Es wäre klimafreundlicher, wenn der Fossilgärtner sein Obst und Gemüse nicht selber anbauen, sondern im Supermarkt kaufen würde. Denn die Erzeugung der gleichen Menge Obst und Gemüse in der konventionellen Landwirtschaft belastet das Klima mit „nur“ 89 kg Kohlendioxid. Demgegenüber machte der Klimagarten die Luft sauberer und erleichterte die Atmosphäre um 84 Kilogramm Kohlendioxid. Wie das mit dem klimafreundlichen Gärtnern in der Praxis funktioniert erfahren Sie hier


Den Zahlen liegen Recherchen zu material- und prozessspezifischen Emissionsfaktoren zugrunde. Dazu wurden u.a. die Basisdaten für Umweltmanagement-Instrumente (Probas) des Umweltbundesamtes sowie die Datenbank „Ökobaudat“ des Bundesbauministeriums verwendet. Die detaillierte Erläuterung finden Sie hier