Klimagarten Südpfalz
Nachhaltiger Nutzgarten & Selbstversorgung

schädlinge

Ein gesunder Boden sorgt für gesunde Pflanzen. So weit die Theorie, der ich aus praktischer Erfahrung weitgehend folgen kann: Mischkultur, Fruchtfolge, Mulchen und die Wahl robuster Gemüse- und Kartoffelsorten haben sich bewährt. Zudem fördert eine naturnahe Bewirtschaftung des Gartens beispielsweise mit Totholzhaufen oder kontrolliertem "Wildwuchs" die Artenvielfalt unter den nützlichen Helfern. Dennoch kann es zu folgenschweren Plagen kommen, bei denen Handeln angesagt ist:

  • Grüne Reiswanze: Das Insekt ist ein ernstzunehmender Schädling, der an Tomaten, Kartoffeln, Bohnen, Beeren, Obst, Mangold und vielem mehr saugt und großes Unheil anrichtet. So fiel im Sommer 2019 ein großer Teil der Tomatenernte im Gemeinschaftsgarten Bockensatz/Landau der Grünen Reiswanze zum Opfer. Infolge der Erderhitzung konnte das vermutlich aus Ostafrika stammende Tier bei uns heimisch werden. Während z.B. Blattläuse durch eine Vielzahl von Frassfeinden in Schach gehalten werden, muss sich die heimische Natur auf die Grüne Reiswanze erst noch einstellen. Als Gegenmaßnahmen helfen derzeit nur feinmaschige Netze zum Schutz der Pflanzen sowie konsequentes Absammeln und Töten der Tiere (Achtung - Stinkwanze). Nähere Infos zur Grünen Reiswanze. Ähnliche Schäden richtet die Marmorierte Baumwanze an. 
  • Wühlmäuse: Alle Jahre wieder kommt es zu Massenaufkommen der Wühlmäuse, die ganze Gärten von unten kahlfressen können. Sie lieben besonders Wurzelgemüse und Kartoffeln. Zudem fressen die Tiere die Wurzeln von Obstbäumen ab, so dass Neupflanzungen nur mit speziellen Schutzkörben überlebensfähig sind. Das Vertreiben der Wühlmäuse mit z.B. Menschen- oder Hundehaar, das in die unterirdischen Gänge gelegt wird, oder mit gekauften Geruchsstoffen aus dem Gartencenter bringt nicht viel: Die Mäuse weichen in die Nachbargärten aus und kommen nach kurzer Zeit wieder zurück. Wirksam sind motivierte Katzen, die in der Kleingartenanlage allerdings nicht gehalten werden dürfen. In meinem Garten hat sich der Einsatz der Totschlagfalle "SuperCat" bewährt, die in den Laufgang (nicht die Auswurfgänge!) eingeführt wird. Glücklich, wer das Mauswiesel in seinen Garten locken kann: Das Raubtier ist spezialisiert auf Wühlmäuse und benötigt für die Aufzucht der Jungen Totholz oder üppige Mulchhaufen. Im Juli 2022 durfte ich eine Mauswieselin beim Transport ihrer Jungen im Klimagarten beobachten.
  • Schnecken: Der Schrecken aller GärtnerInnen. Natürlich ist es ärgerlich, wenn über Nacht der Mangold, die Bohnen oder der Salat kahlgefressen werden. Da kommen schon Mordgedanken auf, die ich auch in die Tat umsetze: Bewaffnet mit einem Küchenmesser drehe ich die Trittbretter um und zerschneide die zahlreich angetroffenen Übeltäter. Im Frühjahr 2020 half das. Im Gartenjahr 2021 bin ich es gelassen angegangen und habe nur zufällig angetroffene Spanische Wegschnecken (die großen braunen Vielfraße) getötet. Einmal sah ich mich genötigt Schneckenkorn (auf der Basis von Eisen-III-phosphat) zur Rettung der Roten Beete einzusetzen, was einen durchschlagenden Erfolg hatte und nicht wiederholt werden musste.  Die Verluste durch Schnecken hielten sich trotz des feuchten Wetters bei mir in Grenzen, die Bohnen wuchsen anders als im Vorjahr ganz prächtig. Das ist der Vorteil eines naturnahen Gartens mit "wilden" Ecken und Totholzhaufen: Hier können die Fraßfeinde der Schnecken gut gedeihen. Und übrigens: Schnecken sind sehr nützlich, wenn sie Pflanzenreste in Dünger verwandeln. In ausgeräumten Gärten ohne Mulch bleibt den Schnecken gar nichts anderes übrig, als über das Gemüse herzufallen.