Klimagarten Südpfalz
Nachhaltiger Nutzgarten & Selbstversorgung

Mulchen

Mulchen meint das Bedecken der Pflanzflächen mit Laub, Stroh, Gras, Holzhäckseln usw. So wie in der Natur, die außer in den Wüsten keine unbedeckten Böden kennt. Mulchen bringt viele Vorteile:

  • Nahrung für das Bodenleben und damit ständiger Nachschub von gut verträglichen Nährstoffen für die Pflanzen. 
  • Entwicklung und Erhaltung der günstigen Krümelstruktur des Bodens und damit verbesserte Fähigkeit zur Speicherung von Wasser.
  • Ausgeglichene Bodenfeuchtigkeit, Schutz des Bodens vor Austrocknung und damit weniger Aufwand mit dem Gießen.
  • Ausgeglichene Bodentemperaturen und damit ein besserer Schutz der Pflanzen in Hitzesommern.
  • Unterdrückung von „Unkraut“.
  • Verhinderung von Erosion, Verschlämmen bei Starkregen oder Krustenbildung bei Hitze. Das erspart das ständige Aufhacken des Bodens. 
  • Bildung von Humus, Bindung von Kohlenstoff im Boden und damit wirksamer Klimaschutz.

Darauf achte ich beim Mulchen:

  • Wichtig ist ein lockeres Gemisch aus braunem Material mit einem hohen Anteil an Kohlenstoff (z.B. altes Laub, Heckenschnitt, Holzhäcksel, Stroh) und grünem Material mit viel Stickstoff (z.B. frischer Rasenschnitt, grünes Laub, verwelktes Unkraut). Optimal ist das Verhältnis von 10:1. Das bedeutet: Auf 10 Gewichtsteile braunes Material kommt 1 Gewichtsteil grünes Material. Das wiege ich in der Praxis natürlich nicht aus, sondern verteile es nach Gefühl. Dabei strebe ich eine  Schichtdicke von bis zu 20 cm an. 
  • Besonders wertvoll sind kleingeschnittene Zweige. Die ligninhaltigen Holzfasern fördern Bodenpilze, die nicht nur die Bodenfruchtbarkeit verbessern, sondern auch Humus aufbauen. Wie im Wald. Zweigholz mit einem Durchmesser bis etwa sieben Zentimeter ist optimal geeignet. Dazu dieser Buchtipp.
  • Wird Rasenschnitt zu dick aufgetragen (mehr als 2 cm stark), kann das Gras leicht verkrusten und verklumpen. Dann einfach auseinanderharken oder -rupfen.
  • Ich sehe "Unkraut" als Verbündeten an und toleriere es, bis es anfängt die Nutzpflanzen zu beeinträchtigen, also zu groß wird. Dann stutze ich es zurecht und bereichere damit die Mulchschicht. 
  • Bei Zwiebeln und Knoblauch ist das Mulchen keine gute Idee, da die Pflanzen in freier Erde besser wachsen und im Mulch faulen können.  
  • Für die Aussaat muss die Mulchschicht entfernt werden, damit die Samen aufgehen können. Ich schiebe das Mulchmaterial einfach an die Seite und hole es vorsichtig zurück, sobald die jungen Pflanzen groß genug sind. 
  • Von Baumstämmen, Beerensträuchern und Gemüsestängeln sollte die Mulchschicht einen handbreiten Abstand einhalten.