Klimagarten Südpfalz
Nachhaltiger Nutzgarten & Selbstversorgung

Kartoffeln

Meine wichtigste Frucht. Abgesehen davon, dass die Kartoffel sehr nahrhaft ist und gut schmeckt, ist sie strategisch gedacht für den Selbstversorger von zentraler Bedeutung: Die Kartoffel weist einen hohen Flächenertrag auf und lässt sich gut lagern. Ich baue frühe, mittlere und späte Sorten an, so dass ich mich möglichst lange über das Jahr mit eigenen Kartoffeln versorgen kann. In den vergangenen Jahren waren die Erträge sehr gut und erreichten mit 3,5 kg pro Quadratmeter das Niveau der industriellen Landwirtschaft, nur bei mir eben ohne Gift, Pflug und Kunstdünger. Der verregnete Sommer 2021 ließ die Ernte um zwei Drittel einbrechen.  

Übrigens wurde die Kartoffel nicht ihrer Nahrhaftigkeit wegen nach Europa importiert, sondern aufgrund ihrer ansehnlichen Blüten.  Im 16. Jahrhundert waren Kartoffeln in den Ziergärten des Adels sehr beliebt. 

Der Kartoffelkäfer tauchte in den vergangenen fünf Jahren nur vereinzelt auf und lässt sich leicht absammeln. Probleme erwarte ich in den nächsten Jahren von der Grünen Reiswanze. Gegen Krautfäule helfen resistente Sorten, die ich seit vielen Jahren vom Hof Jeebel beziehe. Einige Drahtwürmer (Nematoden) fressen Gänge in die Kartoffeln; dagegen helfen Mulchen und Ringelblumen, die ich zwischen die Kartoffeln pflanze, so dass bei mir bislang kaum Schäden entstanden. Sinnvoll ist auch die Kombination mit Ackerbohnen, von denen ich zwei Samen mit jeder Saatknolle verbuddele: Die Bohnen versorgen die Kartoffel mit Stickstoff. Im Gartenjahr 2022 werde ich das mit Busch- und Stangenbohnen ausprobieren. 

In 2021 experimentierte ich mit drei verschiedenen Anbaumethoden: 

  • Verlegung der Knolle in ca. fünf Zentimeter Tiefe und sobald die Pflanze groß genug war, klassisches Häufeln der Kartoffeln mit Erde.
  • Wie oben nur anstelle der Erdhaufen habe ich eine etwa 20 cm dicke Mulchschicht aufgetragen, um an die Oberfläche drückende Knollen vor der Sonne zu schützen. 
  • Tieferlegung der Knollen in 15 cm tiefen Trichtern, die später zugeschüttet wurden (siehe Zeichnung unten).

Aufgrund des sehr schlechten Wetters konnten keine aussagekräftigen Ergebnissen erzielt werden, so dass der Versuch im nächsten Jahr wiederholt wird. 

Der "Pflanzplaner" informiert, worauf Sie vor und beim Legen der Kartoffeln achten sollten.

Und hier noch ein Literaturhinweis:
Heidi Lorey: Kartoffelliebe. Pflanzen, ernten, Sortenvielfalt genießen, 2019. Erschienen im Ulmer Verlag