Klimagarten Südpfalz
Nachhaltiger Nutzgarten & Selbstversorgung

Fruchtfolge

Bei den meisten Gemüsesorten ist es sinnvoll, den Standort jährlich zu wechseln. Ansonsten können sich spezfische Schädlinge, Krankheiten und Nährstoffmangel bemerkbar machen. Die klassische Fruchtfolge im Garten unterscheidet zwischen Stark-, Mittel- und Schwachzehrern von Nährstoffen und sieht eine entsprechende Abfolge der Pflanzen vor: Wurden im ersten Jahr Starkzehrer wie z.B. Kohl oder Kartoffeln gepflanzt, sollten im nächsten Jahr Mittelzeher wie z.B. Zwiebeln oder Möhren und im dritten Jahr Schwachzehrer wie z.B. Bohnen oder Radieschen gepflanzt werden. Im vierten Jahr ist wieder ein Starkzehrer an der Reihe.  Eine Einordnung der Pflanzen findet sich in jedem guten Gartenbuch. 

Ich probiere in 2021 die rollierende Fruchtfolge aus, die von Getrud Franck entwickelt wurde. Demnach habe ich mein Hauptbeet (ca. 20 m tief und 4 m breit) in 40 gleich breite Pflanzstreifen unterteilt, die jeweils 50 cm breit sind. Ferner unterscheide ich drei Gruppen von Pflanzen: 

  • A = Hohe oder breite Pflanzen mit vollem Platzbedarf ab Mitte Mai. Beispielsweise Kartoffeln, Zucchini oder die Milpa-Mischung (Mais, Bohnen, Kürbis).
  • B = Zwei Kulturen, die den Platz in der ersten bzw. zweiten Hälfte der Vegetationszeit für jeweils eine volle Ernte benötigen. Beispielsweise Kohl, Mangold oder Erbsen.
  • C = Kleinwüchsige Pflanzen. Nach der frühen Kultur einer Art (z.B. Radieschen) folgt eine spätere Sorte einer anderen Art (z.B. Salat). Bis zu drei Kulturen sind in einem Jahr möglich. Beispielsweise Zwiebeln, Lauch, Kohlrabi, Möhren, Kopfsalat.

Die Bepflanzung erfolgt nach dem Schema A-C-B-C-A-C ... (siehe Abbildung unten). Neben den ausladend wachsenden Kartoffeln werden Pflanzen mit geringem Platzbedarf wie z.B. Möhren oder Zwiebeln gesät. Pflanzen mit einem mittleren Anspruchsniveau kommen in die B-Reihen. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass sich die Pflanzen hinsichtlich des Raumbedarfes optimal ergänzen. In B- und C-Reihen können je nach der gewählten Hauptkultur auch noch Vor-, Neben- und Nachkulturen gepflanzt werden. Eine detaillierte Übersicht finden Sie in dem 2019 neu herausgegebenen Buch "Gesunder Garten durch Mischkultur".  

Zwischen den Pflanzreihen wird intensiv gemulcht und damit der Boden schon für das nächste Jahr bereitet: Denn im zweiten Jahr werden die Pflanzreihen um 25 cm verschoben, so dass die neuen Pflanzen in einen gut gedüngten Boden gesät werden. Im dritten Jahr geht es wieder 25 cm weiter und das wiederholt sich jedes Jahr. Nach frühestens vier Jahren kommen die Pflanzen wieder an einen Standort, an dem dieselbe Art schon einmal wuchs.  Dieser zeitliche Abstand beugt Krankheiten und Schädlingen vor. 

Übrigens: Tomaten passen nicht in dieses Schema und sollten jedes Jahr am besten am selben Ort wachsen.