Klimagarten Südpfalz
Nachhaltiger Nutzgarten & Selbstversorgung

Sauzahnen

Der Boden lebt. In einer Handvoll Erde tummeln sich Millionen kleiner Tiere, Bakterien, Pilze, Algen. Im Gartenbau und in der Landwirtschaft setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, das Bodenleben zu fördern und möglichst wenig zu stören. Eine schonende Bearbeitung erhält die natürliche Schichtung im Boden: Die Lebewesen im oberen Bereich des Bodens benötigen viel Luft, während in den tieferen Schichten auf Sauerstoffmangel spezialisierte Arten vorkommen. Mykorrhizapilze fördern die Fruchtbarkeit des Bodens und versorgen viele Pflanzen mit Nährstoffen. Das funktioniert aber nur, wenn das feine Netzwerk der Pilzwurzeln erhalten bleibt und der Boden minimal bearbeitet wird. Nützlich ist auch eine möglichst große Pflanzenvielfalt. 

Umgraben ist Gift für den Boden: Das Umgraben bringt alles durcheinander, beschädigt das Bodenleben, verringert die natürliche Fruchtbarkeit der Erde, führt zum Verlust von Humus und zur Ausgasung von klimaschädlichem Kohlendioxid. Daher grabe ich nicht um, sondern nutze im Frühjahr den Sauzahn: Die Reste der Mulchschicht des Vorjahres werden mit der darunter befindlichen Rotteschicht und der obersten Humusschicht vermischt. Das Ergebnis ist lockere Erde, in der das Bodenleben durchstarten kann.